Seit 2014 gibt es uns, das Repair Café Stuttgart – und wir waren längst nicht die Ersten, die solche Veranstaltungen angeboten haben. Damals war es für Viele eine ziemlich verrückte Idee, Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, in der Menschen fremden Menschen helfen, kaputte Dinge zu reparieren. Und das noch ohne finanzielle Gegenleistungen und ins Blaue hinein, ohne vorher zu wissen, welche Repariergüter unsere Gäste mitbringen würden.

Inzwischen haben wir weit über 60 Veranstaltungen durchgeführt, in denen unzählige Dinge repariert wurden. Und außer uns sind viele weitere Repair Cafés entstanden: in Stuttgart, im Ländle, bundesweit und international.

Seit 2014 hat sich die Welt sehr stark verändert: Der Klimawandel, ob er nun menschengemacht ist oder nicht, zeigt sich immer deutlicher und hat es weltweit in die Tagesmedien gebracht. Millionen Menschen demonstrieren für mehr Nachhaltigkeit und setzen sich dafür ein. Immer mehr Menschen entdecken die Lust, Dinge länger zu nutzen, die Natur bzw. die Stadt vom Abfall aufzuräumen – oder sie auch nur weniger zu verschmutzen.

Fairteiler für Lebensmittel plappern quasi aus dem Boden, Büchertauschschränke ebenso. In den Bäckereien gibt es statt Pappbechern vermehrt Pfandbecher für den Coffee-to-go – und Unverpackt-Läden eröffnen in Stadt und Land.

Durch das gestiegene Interesse ist auch die Aufklärung über die Umwelt- und Gesundheitsgefahren von Plastik im Alltag immer leichter zugänglich. Nicht nur Wissenschaftsmagazine berichten über darüber, sondern auch die Mainstream-Medien. Selbst dem Fernsehsender RTL, bekannt eher für seichte Unterhaltung wie Scripted Reality Shows, rüttelt mit dem „Jenke-Experiment“ glaubwürdig an den Alltagskonsumgewohnheiten der Zuschauer. Und nicht zuletzt luden gemeinsam wir mit anderen Organisationen und Unternehmen in der Fastenzeit 2019 unter dem Motto  #bitteohneplastik zum Verzicht auf Plastik ein. Über 1.000 Menschen beteiligten sich daran.

Das Interesse der Menschen für Nachhaltigkeitsangebote ist gestiegen – und die Angebote auch. Doch es fehlt noch Überblick. Dankenswerter Weise hat sich der Smarticular Verlag dieses Themas angenommen und die Zero Waste Map erstellt. Damit erhaltet Ihr nun Übersicht über die verschiedenen Einrichtungen. Neben Repair Cafés und Unverpacktläden (bzw. Läden mit Unverpacktabteilungen) findet Ihr dort Fairteiler, Mietbeet-Anbieter, Umsonstläden und vieles mehr verzeichnet. Die Karte ist nicht vollständig, aber täglich kommen neue Anbieter hinzu. Schaut rein und informiert Euch, was es in Eurer Gegend so alles für Angebote gibt, die Euch interessieren: